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Bonfire - Double X

(Spielzeit: 64 min./VÖ: 21.04.2006)
Bonfire - Double X

Lange hat's gedauert, ehe das neue Bonfire-Album Double X veröffentlicht wurde. Die Ingolstädter Hardrockband hat ihren vorherigen Kurs korrigiert und mit zwei Gitarren agierend deutlich in die richtige Spur zurückgefunden. Erwies sich das Vorgängeralbum »Free« noch als laues Lüftchen, bläst die Band auf Double X gewaltig zum Sturm, will heißen Bonfire knüpfen heuer dort an, wo sie mit starken 80er-Jahre Scheiben wie »Fire Works« aufgehört haben.
Scharfe, (vor allem unglaublich hart rockende) Gitarren und das variable Organ von Fronter Claus Lessmann geben mehr als genug Anlaß zur Hoffnung, dass Bonfire wieder ganz die Alten sind. Zahlreiche knackige Rockerhymmnen mit viel Herzblut, erdigem Groove und wunderschönen Melodien siehe z. B. Track zwei (But Still We Rock) und zwölf (So What), zwei schnelle, treibende Headbanger, dürften auch so manch sturen Kritikern gefallen, die Bonfire nach ihrer kurzweiligen Schwäche bereits abgeschrieben haben.
Nummern des Typs What's On Your Mind klingen derart heavy, melodiös, frisch, druckvoll, unverbraucht mit derart viel Schmackes und Bums auf der Pfanne, dass es eine Wonne ist, sich diesen Silberling in aller Ruhe zu Gemüte zu führen. Dass die Band sich sogar einige Scherze erlauben und zudem noch äußerst fett rockend zu Werke gehen kann, zeigt der auf den US-Markt zugeschnittene groovige Midtempostampfer Bet Your Bottom Dollar.
Selbst die sichtbar auf's Airplay schielende Halbballade Blink Of An Eye wirkt im Gesamtkonsens alles andere als kitschig oder überflüssig, sondern in Anbetracht ihres immensen Flairs und des hohen Ohrwurmcharakters mit viel Liebe und Gefühl komponiert. Das Stück erinnert beinahe zwingend an den Ugly-Kid-Joe Superhit »Cats In The Cradle« aus den 90ern! Der überraschend mit Akkustikgitarre unterlegte Track zehn Hard To Say atmet den Spirit unverfälschten Rock 'n' Rolls, lässt die Sehnsucht nach Freiheit aufleben. Gleiches gilt für die beiden eben falls gelungenen Midtempostampfer Cry For Help und Wings To Fly.
Der eingängige und pfiffigerweise gar im Westcoastrock-Stil eingespielte Anti-Rap-Song Rap Is Crap (geile Idee!) fällt schon aufgrund der Ungewöhnlichkeit des Themas aus dem Rahmen. Mit diesem angenehm erdigen Zwölftracker ist Bonfire ein echter Befreiungsschlag gewaltigen Kalibers gelungen, der nahtlos an frühere Erfolge anknüpft. Als Bonus-Track gibt's die Langfassung von Blink Of An Eye als Extended Version mit einem herrlich mitreißendem Gitarrenduell.
White Lion, Gotthart und Krokus-Fans dürfen sich freuen, Double X schlägt exakt in die selbe Kerbe, ohne auch nur den geringsten Deut schlechter als genannte Genrekollegen zu sein. Für mich die Überraschung des Jahres. - Hardrock mit Klasse, Profil und Format!

Toschi

 Tracklist:
  1. Day 911
  2. But We Still Rock
  3. Cry For Help
  4. Bet Your Bottom Dollar
  5. What's On Your Mind
  6. Blink Of An Eye
  7. Rap Is Crap
  8. Notion Of Love
  9. Right Things Right
  10. Hard To Say
  11. Wings to fly
  12. So What
  13. Blink Of An Eye (Extended)
Discographie:
1986 - Don't Touch The Light - RCA Records
1987 - Fireworks - RCA Records
1989 - Point Blank - RCA Records
1991 - Knockout - RCA Records
1993 - Live ... - RCA Records
1996 - Feels Like Comin' Home - LZ Records
1996 - Freudenfeuer - LZ Records
1997 - Rebel Soul - LZ Records
1999 - Fuel To The Flames - BMG
2000 - Who's Foolin' Who - Ar-Express
2001 - Strike Ten - BMG
2002 - Live Over Europe - LZ Records
2003 - Free - BMG
2004 - One Acoustic Night - EMS GmbH (2DVD)
2006 Review ansehen ... Double X - LZ Records
weitere Infos:

Homepage www.bonfire.de

Label: LZ Records


weitere Links
Interviews:

Interview: Bonfire, 08.06.2006 Hans Ziller auf dem Swedenrock Festival


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