Underground
Gutlock - In Conclusion The Abstinence
(Spielzeit: 49 min./VÖ: 19.02.2005)
Woher kenne ich die Band doch gleich? Ah ja, vom K19 Auftritt letzten Jahres ist mir der Name Gutlock bekannt und demzufolge noch dunkel in Erinnerung geblieben.
Nun ist es soweit, das Debüt der Band ist im Kasten. In Conclusion The Abstinence enthält zehn Tracks, die es in sich haben. Es ist sicher nicht untertrieben, die Musik des Fünfers aus dem Raum Kassel als Dampfhammersound mit fetten, straight nach vorn gespielten Grooveparts zu bezeichnen. Mit anderen Worten: Melodischer Hardcore gepaart mit Thrash/Deathmetal und leichten Alternativ-Anleihen sind die Hauptlinien dieses Longplayers, der die Band ein gutes Stück weit voran bringen dürfte.
Mit ihrer eigenständigen Mischung aus Metal und Hardcore = Metalcore liegen die Jungs absolut auf der Höhe und im Trend der Zeit. Stampfend groovende, dampfhammermässig aus den Boxen kommende Abrissbirnen wie Brush, Drowning oder Faceless Skull gehen kräftig auf die zwölf, womit Fans aus beiden Lagern
gut bedient sein dürften. Mit Whatever befindet sich auch ein recht ungewöhnliches, melancholisches beinahe gothiclastiges Stück auf »In Conclusion ...«, das sich prima ins Album einfügt und nahtlos an den folgenden Song Never Get Me anschließt.
Einprägsamstes Markenzeichen der Band sind die wechselhaften hohen Gesänge oder HC-lastigen Kreischgesänge im Kontrast zu den tiefen, überraschend klar verständlichen Deathgrowls, die »In Conclusion ...« den entscheidenden Kick geben. Amtliche Leadgitarren und groovende Grundstrukturen machen dieses Album auch für die Nicht-Hardcore-Fraktion interessant, da glücklicherweise der Metalanteil auf diesem abwechslungsreichen Scheibchen klar überwiegt.
Allerdings enthält dieses Album auch eine versteckte Tücke: Die unplugged Version von Never Get Me hätte man sich echt schenken können, zumal das selten doofe, kindische Herrumgealbere den bis dahin recht guten Eindruck des Silberlings beinahe zunichte macht. Was das unnötige Aufblähen des letzten Tracks soll ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Statt dessen hätte die Band lieber mal noch zwei bis drei weitere amtliche Tracks mit auf's Album packen oder es bei 32 Minuten belassen sollen. So hingegen täuscht die Gesamtspielzeit von knapp 49 Minuten über die wirkliche Spielzeit von gerade mal 32 Minuten hinweg, womit sich dieser vermeintliche Zehntrack-»Longplayer« glatt als kleine Mogelpackung entpuppt!
Das Cover des Silberlings passt wie der Allerwerteste auf den Deckel. Mit »In Conclusion ...« hat die Band ein ordentliches Underground-Debüt vorgelegt. Wird beim nächsten Studioalbum die absolut dämliche Herumalberei gänzlich außen gelassen, ist der Band, durchaus eine Menge zuzutrauen. Nun gut, sei es, wie es ist ...
Toschi
- Intro
- Disinclination For Brussels Sprouts
- Timmäähhh
- Brush
- Drowning
- Whatever
- Never Get Me
- Faceless Skull
- Hate You
- Never Get Me (unplugged)
weitere Links
02.04.2004: Uncut Despite, Gutbucket, Havoc, Jack Slater (Kassel, K19)
26.12.2005: Masters Of Cassel-Festival (Kassel, Musiktheater)
25.12.2007: 3. Masters Of Cassel-Festival (Kassel, Nachthallen)
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