Interviews

Ra's Dawn (17.08.2006)

zum Debütalbum »Scales Of Judgement«

Tanja: Hallo! Schön, dass Du ein wenig Zeit mitbringst. Am 25. August released ihr »Scales Of Judgement«, das nach zwei Demo-Scheiben als offizielles Debütwerk fungiert. Wo habt ihr »Scales Of Judgement« Formen gegeben, sprich aufgenommen?

John Schmitz: »Scales Of Judgement« wurde unter der Regie von Tommy Newton (u.a. Helloween, U.F.O., Ark, Conception) im Area 51 Studio in Celle bei Hannover aufgenommen. Tommy ist ein sehr netter und vor allem witziger Mensch, mit dem man prima arbeiten kann. Wir haben uns super mit ihm verstanden, sodass der Aufnahmeprozess viel Spaß gemacht hat.

Wer von Euch ist für das Songwriting zuständig?

Im Grunde bin ich das musikalische Rückgrat der Band. Ich lege in der Regel die Songs zugrunde, bevor wir sie dann mit der gesamten Band arrangieren, was wirklich sehr effektiv ist.

Wie gestaltet sich der Songwriting-Prozess im Detail? Wie wird begonnen, was kommt zuerst, was folgt anschließend?

Ich komme selten durch ein Riff auf Songideen. Normalerweise habe ich einen kompletten Song vor meinem geistigen Auge, d. h. ich weiß genau in welcher Stimmung (lyrisch oder musikalisch) der Song sein soll. Meistens notiere ich mit einem Musikprogramm eine neue Idee und maile sie dann an die anderen. Diese wiederum ergänzen sie wenn nötig, und verschicken sie ihrerseits. So kommt eine rohe Version einer Nummer zustande und alle kennen sie wenn wir uns zur Probe treffen. Im Proberaum werden dann die Riffs und Melodielinien ausprobiert und arrangiert, bis ein Song steht. Der Text dazu entsteht mal am Anfang, mal erst am Ende. Da gibt es keine feste Regel.

Wie seid ihr auf den Bandnamen Ra's Dawn gekommen? Welche Bedeutung hat er für Euch persönlich?

Wir saßen zu Beginn der Bandentstehung zum Essen am Tisch und haben einfach ein paar Ideen in den Raum geworfen. Ich wollte unbedingt etwas mit dem ägyptischen Sonnengott Ra haben, weil ich tierisch auf die ägyptische Mythologie stehe. Und da ist Ra ja nun mal die dickste Kartoffel. Irgendwer warf dann noch »Dawn« in den Raum und das war's auch schon. Außerdem dachten wir, dass man das ägyptische Thema auch prima musikalisch ausbauen könnte. Ganz nebenbei bemerkt stehen wir auch ziemlich auf Maidens »Powerslave«.

Wie der Bandtitel schon etwas durchblicken lässt: Ihr vermischt in Eurer Musik orientalische Skalen gekonnt mit Power Metal, der aber doch sehr oft progressiv angehaucht und dadurch schwer in eine Ecke zu drängen ist. Wie kam es zu der Idee, die Orientalik so sehr in das Songwriting einfließen zu lassen?

Erst mal natürlich wegen dem Bandnamen. Wenn ich so einen Namen höre, erwarte ich auch orientalische Skalen. Zudem sind diese Melodiebögen recht interessant und passen hervorragend zum Metal, wie ich finde. Und so was hört man nicht täglich, also ist es perfekt, um eher seltene Vibes in die Musik einzubringen.

Wie ist die Metal-Szene so bei Euch? Gibt es viele Metaller? Paderborn z. B. ist ja irgendwie eine Thrashhochburg. Welche Metalrichtung boomt in Koblenz?

Unsere Koblenzer Metal-Szene ist eigentlich recht gut. Wenn man bedenkt, dass Metal bei den heutigen Kids nicht allzu sehr angesagt ist, kann man sich freuen, wenn man eine korrekte Metal-Kneipe in der Stadt hat. Außerdem gibt es hier ein paar gute Metalbands und im Untergrund tummeln sich auch noch reichlich Kapellen. Ich bin ja eher so ein ewig gestriger Old-School-Typ, aber wenn ich mir die Shirts so angucke, muss ich feststellen, dass Black und Death Metal ziemlich angesagt zu sein scheinen.

Wann und wo kann man live mit Euch rocken?

Unsere Live-Dates findet man stets auf unserer Homepage www.ras-dawn.de . Am 26.08. feiern wir erst mal eine Record-Release-Party. Dort stellen wir unsere CD live vor und es wird amtlich gefeiert. Kommt doch alle vorbei.

Warum und wie würdest Du jemandem Euer Album empfehlen?

Es ist immer schwer über die eigene Platte zu reden. Findet man sie toll, steht man schnell als eingebildeter Großkotz dar. Und wer macht die eigene Platte schon schlecht. Was ich jedoch locker sagen kann, ist, dass »Scales Of Judgement« sehr abwechslungsreich rüberkommt. Es gibt schnelle, leicht thrashige Passagen, es gibt doomigen Kram, du findest progiges Zeug und alles ist mit Leidenschaft und Herzblut gezockt. Allerdings muss man sich mit unserer Musik beschäftigen, nach nur einem Hördurchgang hast du nicht mehr als einen Eindruck.

Mir gefällt an Euren Songs, dass sie zwar energiegeladen sind, aber durch die - textlich, wie auch musikalisch gesehen - in die ägyptische Mythologie reichen. Welcher ist Dein Lieblingssong auf der neuen Scheibe und warum?

Das kann ich nicht sagen, denn mir bedeuten alle Songs sehr viel. Besonders mag ich »Forever«, weil ich es für meinen Sohn Joey geschrieben habe. Andererseits liebe ich »In Oceans Of Lies«, weil es tierisch Spaß macht es zu spielen. »Exodus« schätze ich sehr wegen seiner Magie und so könnte ich zu jedem Song etwas Besonderes sagen.

Wie weit wollt ihr mit Ra's Dawn hinaus? Ist Ra's Dawn eine Spaßband oder doch eher etwas Ernstes?

Die Band steht bei uns allen neben Familie und Job an erster Stelle. Sicherlich haben wir eine Menge Spaß und wir wollen das erreichen, was uns möglich ist, aber wir haben für uns persönlich schon viel erreicht und wir sind verdammt froh damit. Mal sehen, ob noch was geht.

Zu guter Letzt: Deine Worte an die Metaller-Nation?

Ich würde für den Metal sterben. Schreib das! Schreib, dass ich für den Metal sterben würde! Nee, jetzt mal ernsthaft. Wir Metaller sind die besten, weil wir verdammt loyal sind und zu unserem Shit stehen. Außerdem haben wir eine eigene Meinung und halten zusammen. Das ist heutzutage wahrlich nichts Selbstverständliches mehr ...

Tanja

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CD-Review: Ra's Dawn - Scales Of Judgement


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