Live-Reviews

1. United Metalheads Festival

02.09.2005, Wuppertal, Die Börse

Festivals gibt es wie Sand am Meer. Wo früher nur Wacken und das Bang Your Head etwas größer in Erscheinung traten, schießen heute die Festivals wie Pilze aus dem Boden. Aber eine ganz besondere Idee entstand von Michael »The Lord Of Metal« Reis: Das United Metalheads Festival. Der Beginn wurde von Micha mit einem Fanclubleiter-Webring gemacht. Der Fanclubleiter der deutschen True Metal Band Majesty wollte die Fanclubs verschiedenster Bands aus dem Heavy Metal Bereich unter einem gemeinsamen Dach vereinen, damit sich diese austauschen und unterstützen können. Einige Zeit lang gab es ein Webradio, das sich eine Stammhörerschaft erspielte, welches aber leider aufgrund der hohen Kosten vorerst stillgelegt werden musste. Das gemeinsame Ziel der United Metalheads Aktivisten bestand aus einem Festival mit verschiedenen Bands, die fast alle Fanclubs besitzen, um die Bands ihren Fans näher zu bringen und natürlich auch umgekehrt. Zusätzlich muss angemerkt werden, dass alle Bands gagenfrei aufgetreten sind!
Mario Decher, der u. a. für die Promotion und das Management, sowie das Booking der Melodic Metal Band The Mystery verantwortlich ist, konnte mit Die Börse in Wuppertal eine passende Location ausfindig machen. So entstand langsam die Kontur eines Festivals. Eine Mischung aus einem »normalen« Festival und einem gemeinsamen Fanclubtreffens sollte das Besondere an der Geschichte darstellen. Ebenfalls aus dem Rahmen fallen die Ticketpreise für Fanclubmitglieder, die deutlich unter dem normalen Eintrittspreis von nur 6,50 Euro liegen. Außerdem bekommen sie einen Backstagepass, der dazu berechtigt, vor und während des Festivals mit einer Organisationsperson persönlichen Zugang zu den Bands zu finden. Vorbildlich!
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das erste United Metalheads Festival 2005 stand am 02. September 2005 an!!! Fünf Bands gingen an den Start.
Nachdem fast pünktlich um kurz nach 17 Uhr die Tore zur heiligen Metalstätte, sprich Halle (in diesem Fall »Die Börse«), geöffnet wurden, schien es nicht so, als ob sich um diese Zeit jemand Metal antun möchte. Doch ruckzuck war die Vorhalle voll. Somit war schon die erste Verspätung mit einem längeren Soundcheck gebucht, aber Herr Reis nahm's gelassen und lies verlauten: »Egal. Jedes gute Festival hat Verspätung!« Genau! Und außerdem ist ein guter Sound Gold wert. Nachdem das aber auch geklärt war, strömten die Metalheads nur so in die Halle und ratzfatz war die Location gut gefüllt. Und das um DIESE Uhrzeit! Respekt!

Durch MTM Events ging die lokale Band Atavism als Opener an den Start. Eine halbe Stunde lang hatten die Jungens aus NRW die Chance, ihren Power Metal unters Volk zu bringen. Abgefeiert wurden sie dabei wie die Großen, auch wenn das Stageacting noch in der Ausbauphase ist ... Der Keyboarder stahl dem Sänger öfters die Show, die ihren Höhepunkt im Stagediving des Mannes an den Tasten fand. Die meisten Songs konnten mitreißen, auch wenn das Liedgut nicht gerade unter »easy listening« zu finden ist. Aber ihrer Aufgabe als Anheizer wurden Atavism mehr als gerecht. Atavism haben ihren ersten Live-Auftritt mit Bravour bestanden. Und das Publikum dankte es ihnen mit viel Applaus.

ATAVISM Setlist:

  1. Intro
  2. Van Helsing
  3. Seymor
  4. Golem
  5. Morning Star
  6. Sorrowmaker
  7. Project Revolution
  8. Wintersong

Ligeia aus Neu-Ulm lieferten uns dann einen hochkarätigen, professionellen Auftritt. Frontdame Dani sang und grunzte mit ihrer vollen Stimme die Halle weg und geizte nicht mit ihren weiblichen Reizen. Unterstützt von ihren männlichen Bandkollegen konnten Ligeia gut bei den Anwesenden landen. Lediglich wurde das immer gleich währende Rumgepose von Dani langsam langweilig. Das besondere Schmankerl wurde leider schon am Anfang verschossen: »Walpurgis Night«. Einen besonderen Gast konnten sie begrüßen: Ein Fan war extra aus dem 1000 km entfernten Italien nach Wuppertal gekommen, um Ligeia live spielen zu sehen! Daumen hoch! Zum Dank gab's von der Band ein zerspieltes, signiertes Drumfell.

LIGEIA Setlist:

  1. Walpurgis Night
  2. Heaven Is Hell
  3. Orleans
  4. Gloria
  5. Mistress Of The Night
  6. Nevermore
  7. Beyond The Sky
  8. Thunderstorm
  9. Children Of The Lost
  10. Last Desire

The Mystery
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Als nächstes an der Reihe: The Mystery aus dem nahe gelegenen Heiligenhaus, die erst kürzlich ihre neue CD »Scars« released haben, zumindest am Merchandise-Stand. Das reguläre Releasedatum ist für kommenden Herbst angesetzt. Vorabreviews bestätigen aber schon, dass diese Scheibe wohl ein Kracher wird! Live zünden sie auf alle Fälle! Die sympathische Sängerin Denise und ihre drei Herren (Alex an der Gitarre, Daniel an den Drums und Chris am Bass) hatten die Fans sofort im Griff und spielten ihren melodischen Metal mit einer Energie, die sich gewaschen hat. Denise scheint Hummeln im Hintern zu haben und dirigierte das Publikum geschickt. Herausragend auch die stimmliche Leistung der Hübschen. Und auch als Alex' Gitarre kurzzeitig seinen Geist aufzugeben schien, hatte die nette Sängerin ein Lächeln auf den Lippen. Eine Stunde lang wurde das Publikum mit Songs vom kommenden Albums »Scars«, als auch vom selbstproduzierten Vorgängeralbum »Facing The Storm« zum Schwitzen gebracht. Auch hier wieder Crowdsurfer. Zusätzlich folgten die ersten Zugaberufe. Mit melodischem Druck, charismatischer Sympathie und vielversprechendem Livekönnen an die Spitze! Die Halle kochte und die Hörnchen flogen der Band nur so zu! Top!

THE MYSTERY Setlist:

  1. Fading Away
  2. 1.000.000 Light Years Away
  3. Restless Heart
  4. Ignore The Signs
  5. Scars
  6. Another Day In Hell
  7. Broken
  8. Facing The Storm
  9. Running From The Law
  10. Revolution
  11. Everytime
  12. Inside My Heart
  13. Schizophrenia
  14. Revenge

Rebellion
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Von Band zu Band pushte sich die Stimmung nach oben und so war es nicht verwunderlich, dass sich beim Co-Headliner Rebellion die Fans die Kehle aus den Hälsen sangen. Rebellion, die Power Metaller um Ex-Grave Digger Uwe Lulis (Gitarre) und Tomi Göttlich (Bass), zur Zeit in aller Munde, legten eine tighte Show hin und spielten Songs quer durch all ihre Alben, allen voran das dritte Werk »Sagas Of Iceland«. Die Fans waren begeistert und so war auch die Stimmung! Rebellion gehörten nach The Mystery zum Highlight des Tages, wenn auch nicht zu meinem persönlichen.

REBELLION Setlist:

  1. Intro
  2. Yynglinga Saga
  3. Eric The Red
  4. Dragon Slayer
  5. The Prophecy
  6. Ragnhilds Dream
  7. Born A Rebel
  8. Through The Fire
  9. Dragon Fly 90
  10. Harald Hardrade
  11. Canute The Great
  12. Letters Of Blood
  13. Rebellion
  14. Disdaining Forture

Majesty
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Aber als Majesty die Bühne betraten, schützen die Leute keine Müdigkeit vor, zumindest die verbliebenen Fans nicht, für die Rebellion nicht die heimlichen Headliner waren. Hey, Leuts, die gegangen sind, ihr habt was verpasst! Trotz zurückgegangener Zuschauerzahlen gegen Mitternacht blieb der harte Kern, meist bestehend aus Majestic Metalheads (Majesty-Fanclub), anwesend und Majesty aus Tauberbischofsheim gaben Gas.
Zur Feier des Tages dankte Sänger Tarek seinem Fanclub, vor allem aber seinem Fanclubleiter, holte ihn auf die Bühne zum gemeinsamen Moshen.
Eine vom Fanclub ausgewählte Setlist (siehe unten) machte den Majesty-Auftritt zu etwas ganz Speziellem. Noch NIE wurde »Ride And Fight« live gespielt und somit hatte der Song nach achtjährigem Bandbestehen sein Live-Debüt. Nach sehr langer Zeit gab's auch mal wieder »Last Revolution«. Sänger Tarek hatte schon länger keine Gitarre mehr in der Hand. Allerdings machte er für den heutigen Tag eine Ausnahme und in unseren Ohren erklangen die Akustikgitarrensaiten und Gänsehaut lief vor allem den Majestic Metalheads über den Rücken: »We Will Ride«.

MAJESTY Setlist:

  1. Intro
  2. Reign In Glory
  3. Hail To Majesty
  4. Heavy Metal Battlecry
  5. Into The Stadiums
  6. Last Revolution
  7. Epic War
  8. Troopers Of Steel
  9. We Will Ride (Acoustic)
  10. Metal Law
  11. Ride And Fight
  12. Sword & Sorcery
  13. Fields Of War
  14. Son Of Metal
  15. Keep It True/Metal To The Metalheads-Medley

Nach dem offiziellen Ende des Festivals (das gegen 1:30 Uhr stattfand) hatten die FC Members weiterhin freien Zutritt zum Backstagebereich, da dort der FC Treff von The Mystery und Majesty weitergefeiert wurde. Was für eine Nacht!
Vorbildlich ebenfalls die reibungslose Organisation von Mario Decher. Es gab große Backstageräume, jeder wurde angenehm und mehr als ausreichend versorgt und jeder hatte seinen Spaß. Danke auch an die freundlichen (!) Securities und Mithelfer! Sogar einen Rückziehraum für die Presse war vorhanden! Ruhige und friedliche Metalheads. Da kann ich nur für's nächste Jahr sagen - und ich bediene mich hier frech den Worten Majestys - »Bring Metal To The Stadiums«!
Fazit: The Mystery und Rebellion hatten den meisten Zuspruch seitens des Publikums. Super Organisation, gemütliche Location, guter Sound, nette Leute, geile Stimmung! Operation gelungen - Festival perfekt! Auf in die nächste Runde! Danke!
Das Team des United Metalheads besteht zur Zeit aus:
Michael »The Lord Of Metal« Reis (Fanclubleiter MAJESTY, Ticketbestellservice)
Mario Decher (Promotion, Management und Booking THE MYSTERY, Organisation und Promotion des United Metalheads Festivals)
Marcus »Evil Ernie667« Glücks (Fanclubleiter THE MYSTERY & Co-Fancblubleiter MAJESTY)
Oliver »Webhamster« Fleck (Webmaster)

Tanja


weitere Links
Biografie:

Biografie: Rebellion

Interviews:

Interview: The Mystery, 18.10.2005 ein bißchen verrückt und trotzdem normal

CD/DVD-Reviews:

CD-Review: The Mystery - Scars
CD-Review: Rebellion - Sagas Of Iceland
CD-Review: Rebellion - Born A Rebel
CD-Review: Rebellion - A Tragedy In Steel Shakespeare's Macbeth
CD-Review: Majesty - Hellforces
CD-Review: Majesty - Sons Of A New Millennium
CD-Review: Majesty - Reign In Glory
CD-Review: Majesty - Sword & Sorcery

Live-Reviews:

10.12.2005: The Mystery (Heiligenhaus, Pabb)
11.11.2005: Wolfen, The Mystery, Unrest (Wuppertal, Live Club Barmen)
03.09.2005: Metal For Mercy Festival (Bochum, Matrix)


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